22 Apr 2017

Welcher Job passt zu Ihnen? – Ihre berufliche Erfolgsmatrix

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PERSÖNLICHE VERÄNDERUNG – AUF SICH HÖREN

Sie wollen sich beruflich verändern? Sie möchten Ihre Karriere in eine andere Richtung entwickeln? Karriereentwicklung ist wie Veränderungsmanagement für die Persönlichkeit: Wir wissen, dass Kommunikation für jeden Change essentiell ist – mit uns selbst halten wir es oft nicht so. Dabei haben Sie sich soooo viel zu sagen….

DurchhaltenFragt man gestandene UnternehmerInnen, stehen aus deren Sicht nicht allein persönliches Talent oder Netzwerke an oberster Stelle für beruflichen Erfolg. Es sind Selbstdisziplin und -motivation, trotz Hindernissen oder Zweifeln den eigenen Weg weiterzugehen und das berufliche Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ausreden, weswegen etwas nicht leicht geht, motivieren weder noch rechtfertigen sie eine Opferhaltung. Könnten Sie wie Brad Pitt schauspielern, würden Sie nicht zum Casting pilgern, sondern gleich zur Produktion ins Aufnahmestudio. Wüssten Sie alles über die interne Unternehmenskultur einer potenziellen Arbeitsstelle, würden Sie sich nicht für ein Trainee-Programm sondern das Topmanagement bewerben. Es gibt immer Dinge, die noch nicht ausgereift sind, Bildungsziele, die Sie noch nicht erreicht haben und Tätigkeiten, die Sie zwar gerne, aber (noch) nicht perfekt machen.

Machen Sie sich deshalb klar, welches Ihrer zahlreichen Potenziale Sie beruflich einsetzen können und wollen. Und dann halten Sie daran fest. Aber erst müssen Sie sich zuhören, was Sie wirklich motiviert!

GUT KÖNNEN UND SEHR MÖGEN – DER FEINE UNTERSCHIED

VeränderungMuss ich mich passend zu meinem Studium bewerben? Vergeude ich ein Talent, wenn ich es ungenutzt lasse? Oft fokussieren wir auf Branchen oder Positionen, wenn wir uns beruflich verändern wollen. Stattdessen verlangen tiefgreifende Veränderungen immer die grundsätzliche Rückbesinnung auf die Werte, Kultur und Persönlichkeit der Betroffenen – in diesem Falle Sie! Change ManagerInnen wissen das – Sie auch?

 

Dann machen Sie folgende Übung:

Welches sind die 20 wichtigsten Tätigkeiten, die Ihr Leben derzeit beeinflussen? Lassen Sie rein biologische Funktionen wie Atmen, Essen oder Schlafen weg, denn diese können Sie schwer steuern. Bewerten Sie die Tätigkeiten nicht danach, ob Sie sie mögen oder wieviel sie Sie kosten bzw. Ihnen einbringen. Oft wird unter den ersten 5 ein gerade ausgeübter Beruf sein, denn dieser füllt Sie entweder aus oder zumindest Ihren Geldbeutel an. Es kann darunter ein Studium oder eine Weiterbildung sein, die Sie gerade mit viel Zeitaufwand betreiben. Allerlei Hobbys wie gesellschaftliche oder verwandtschaftliche Bindungen können hinzukommen, wenn Sie z. B. Kinder haben oder in einer politischen Partei aktiv sind.

ErfolgsmatrixTragen Sie diese 20 Tätigkeiten anhand von zwei Ausrichtungen in ein Koordinatensystem ein: Zeichnen Sie dazu ein aufrecht stehendes, großes Kreuz mit gleich langen Seiten auf ein Blatt Papier. Die (senkrechte) Y-Achse dient als Barometer dafür, wie gerne Sie etwas machen – ganz oben finden sich jene Tätigkeiten, die Sie sehr gerne machen, weiter unten solche, die Sie gar nicht gerne machen. Die (waagerechte) X-Achse dient als Barometer dafür, wie gut Sie etwas machen – ganz rechts finden sich jene Tätigkeiten in denen Sie sehr gut, weiter links solche, in denen Sie nicht so gut sind. Mag die Frage „Wie gerne?“ noch relativ einfach zu beantworten sein, kann Ihre Selbsteinschätzung zu „Wie gut?“ schon schwieriger ausfallen. Bei dieser zweiten Frage hilft die Aufrichtigkeit (echter) FreundInnen wie auch schon bestehende Beurteilungen z. B. in Form von erfolgreichen Projekten, Feedbacks oder auch eigene (Fehl-)Versuche.

Es geht an dieser Stelle um eine Selbsteinschätzung und keine wissenschaftlich exakte Auswertung! Im Regelfall haben Sie Ihre Tätigkeiten quer über die vier Quadranten des gekreuzten Blattes verteilt.

 

Was unten steht, brauchen Sie nicht!

Erfolgsmatrix - nicht gerneDas Feld unten links symbolisiert persönliche Frustration: Dinge, die Sie weder gut noch gerne machen, sollten möglichst ganz eliminiert werden. Wenn die Tätigkeit dennoch erledigt werden muss – ob wöchentliches Badezimmer-Putzen oder die staubtrockene Einkommensteuerveranlagung – kann sie ausgelagert werden. Oft resultiert berufliche Unzufriedenheit im Feld unten rechts weniger daraus, dass Sie etwas nicht gut (genug) machen. Vielmehr glauben wir gerne, dass wir nur dasjenige beruflich verfolgen sollten, was wir gut können. Ein klassischer Fehlschluss, denn so werden nicht nur vielseitig begabte Menschen auf ein enges Berufsbild hin begrenzt sondern oft zufällig auf dasjenige, das sich zuerst „offenbart“ hat. Nur, weil Sie in der Schule gut in Mathe waren und Naturwissenschaften studiert haben, sind Sie nicht unbedingt zum/zur PhysikerIn determiniert! Deshalb gilt es, die Tätigkeiten im Feld unten rechts – obwohl sie diese gut können – zu minimieren bzw. nur vorübergehend aufrecht zu erhalten; z.B. schlicht des schnöden Mammons wegen.

 

Was oben steht, fördern Sie!

Erfolgsmatrix - sehr gerneIn den beiden oberen Feldern sehen Sie Tätigkeiten abgebildet, welche berufliches Entwicklungspotenzial beherbergen. Im Feld oben rechts erblicken Sie die Cash Cows Ihres beruflichen Erfolgs, während im Feld oben links oftmals Freizeitaktivitäten auftauchen. Verfolgen Sie etwas nur gerne, aber (noch) nicht gut, besteht immer Entwicklungspotenzial in Richtung Beruf. Von unten rechts nach oben rechts zu kommen, ist weit weniger wahrscheinlich, als von links oben nach rechts oben!

Bei Dingen, die Sie ohne Druck gerne machen, lernen Sie am schnellsten dazu. Umgekehrt werden Dinge, die Sie zwar ganz gut aber nicht gerne machen, Sie auch dann nicht zum beruflichen Erfolg führen, selbst wenn Sie sie nahezu perfektionieren. Nutzen Sie daher alles an Potenzial, was Sie haben – es wäre leise im Wald, wenn bloß die begabtesten Vögel singen dürften!

JOB, DER RICHTIGE – MINDMAPPEN SIE IHR STELLENPROFIL

Fertigen Sie eine Mindmap an und schreiben Sie „Wer bin ich?“ rot umkringelt in die Mitte eines großen Blattes. Ziehen Sie von dort rundum vier lange Striche weg, und beschriften Sie jeweils ein Strichende mit folgenden Aussagen:

(1) Ich bin, was ich gerne mache,

(2) Ich bin, was ich mir wünsche,

(3) Ich bin, was mich interessiert, und

(4) Ich bin, wozu ich einen Beitrag leisten kann!

Mind MapErinnern Sie sich nun an alle Arten von Arbeiten, die Sie schon erledigt haben – positiv wie negativ. Das geht vom Zeitung-Austragen oder Mithelfen beim Wohnungsumzug über Studentenjobs bis hin zur ersten Festanstellung oder der Führungsposition. Was an den Arbeiten würden Sie am liebsten herauspicken, vertiefen und nur mehr diesen Teil davon machen, selbst für wenig Geld? Bei welchen Arbeiten hatten Sie das Gefühl, einen Teil zu etwas Größerem beigetragen oder anderen damit geholfen zu haben?

Fügen Sie nun unter die vier Aussagen an den Strichenden jeweils fünf Linien hinzu, und schreiben Sie hinein, was konkret die Dinge sind, die Sie gerne machen, die Sie sich wünschen, die Sie interessieren und wozu Sie einen persönlichen Beitrag leisten können. Wenn manche sich überschneiden oder nicht immer alle Linien voll sind, macht das nichts. Umranden Sie unter jeder der vier Aussagen diejenige rot, die Ihnen für die jeweilige Aussage am wichtigsten erscheint, und verbinden Sie alle vier roten Umrandungen mit Linien untereinander. Hängen Sie Ihre Mindmap auf, und fotografieren Sie diese ab, um sie auch digital jederzeit aufrufen zu können.

BewerbungsschreibenWenn Sie Stellenausschreibungen durchsehen oder jemand Ihnen von einem inoffiziellen Jobangebot erzählt, betrachten Sie Ihre Mindmap nochmals und beurteilen den potenziellen Job anhand dessen kritisch. Auch wenn Sie der etablierte Firmenname, das üppige Einstiegsgehalt oder einzelne Details reizen – verwenden Sie Ihre Mindmap als K.O.-Kriterium. Fällt die Job Description bei einem Ihrer rot umrandeten Sachen durch, fragen Sie sich wieso. Entweder Ihre Einstellung zu Ihrer Mindmap hat sich geändert (das ist o.k.) oder der Job ist nichts für Sie! Vergeuden Sie keine Zeit mit schriftlichen Bewerbungen, wenn Sie nicht sicher ob der ausgeschriebenen Position sind. Greifen Sie zum Handy und befragen Sie die Ansprechperson gemäß Ihrer Mindmap. Das signalisiert nicht nur echtes Interesse, sondern gibt Ihnen anschließend den Drive, das Motivationsschreiben überzeugend mit Authentizität statt allgemeinen Bewerbungsratgeber-Floskeln zu füllen.

Und, wo werden Sie demnächst arbeiten?