4 Mai 2022

Bewerben 50 Plus (Teil 5): Lebenserfahrung ins Profil rücken statt nur in den CV!

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Das Bild der Karriereleiter, die man entweder erfolgreich immer weiter erklimmt oder herabsteigt, hat ausgedient. „Karriere“ für berufserfahrene Menschen umfasst heute die Passgenauigkeit zur aktuellen Lebenssituation inklusive Auszeiten und Neuanfänge, Downsizing und Jobwechsel. Wie bei einer Bergwanderung ist der Sammelpunkt am Gipfel zwar ein Ziel, aber der Weg dorthin von strammen Anstiegen und flachen Plateaus, herrlichen Aussichtspunkten, Wadenkrämpfen und Motivationstälern wie Picknickpausen und orientierungslosem Kartenlesen durchsetzt.

„Wer stellt mich denn jetzt noch ein?“ oder „Ich bin denen doch viel zu alt!“ lauten die Statements dann. Gelegentlich führen diese Gedanken zu einer Bewerbungsstrategie der falschen Bescheidenheit oder gar des Understatements, sodass berufserfahrene Menschen ihre wertvollsten Ressourcen kaschieren, um nicht als überqualifiziert zu gelten. Oftmals überwiegt die Frustration, mit dem über die Jahre gesammelten Zusatzwissen, den Berufserfahrungen und der menschlichen Reife vermeintlich nicht mehr gebraucht zu werden. Verjüngungswahn sowie ständige Veränderungs- und Anpassungsbereitschaft steuern ein Übriges zu der Tendenz bei, sich als berufserfahrener Bewerber am Jobmarkt manchmal nicht ernst genommen zu fühlen.

Klassischer Lebenslauf, dritte Seite und Co.? – Zeigen Sie lieber Profil!

Übersichtlich und fokussiert gestaltete Lebensläufe erhalten geballte Information auf engstem Raum. Daher ist es herausfordernd, das Besondere des eigenen Zugangs, der Persönlichkeit oder der berufsbezogenen Werte dort gut zu verpacken. Gelegentlich wird dies damit zu kompensieren versucht, eine separate Zusatzseite zu erstellen, die „dritte Seite“. Deren Name hängt mit der ursprünglichen Reihenfolge printmedial gehefteter Bewerbungsunterlagen zusammen, bei denen zunächst auf das formelle Anschreiben der Lebenslauf und sodann eben jene dritte Seite folgte. Da auch sie zunächst dazu führt, dass das zu Lesende mehr wird, ist deren Effekt gering, zumal die Aufmerksamkeit der Personaler gegen Ende nachlässt. Ferner vermitteln solche Extraseiten nach dem Motto „Was Sie außerdem noch über mich wissen sollten“ unweigerlich den Eindruck von latenter Inkonsequenz bei der Darstellung. Dem Personaler stellt sich die Frage, warum die Inhalte (wenn sie denn so wichtig sind) nicht in den etablierten Formaten zuvor schon berücksichtigt wurden.

Richtig an dieser Idee ist jedoch, sich damit einerseits auch in Hinblick auf das Format von der Masse zu unterscheiden und andererseits job- und ausbildungsübergreifende Zusammenhänge pointiert darstellen zu können. (…)

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